› REPORTAGEN4U – REISE & REGIONEN
     

Die Kölner Bucht – ausgeprägtes Heimatempfinden und ein besonderes Lebensgefühl.

Wer die von Ausgelassenheit und Gemütlichkeit geprägte berühmte Rheinische Lebensart auf Kultur, Kölsch, Klüngel und Karneval reduziert, liegt gar nicht so falsch, denn in der Summe macht diese Mischung in Verbindung mit einem ausgeprägten Heimatempfinden das besondere Lebensgefühl in der Kölner Bucht aus.

Die Kölner Bucht liegt im Südwesten von Nordrhein-Westfalen im Dreieck der Kaiserstadt Aachen, der Landeshauptstadt Düsseldorf und der Bundesstadt Bonn mit der Millionenstadt Köln als geografisch leicht verschobenes Zentrum und Namensgeber.

       
 
 

 

Die Kölner Bucht ist keine politische, ökonomische oder administrative Einheit, also keine klassische Region. Sie ist eine sogenannte biogeografische Region und naturräumliche Einheit. Zur ökologischen Charakterisierung und Abgrenzung von Landschaften ist das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland in sechs naturräumliche Großregionen unterteilt, die ihrerseits in Haupt-, Ober- und Untereinheitenuntergliedert sind. In diesem System bilden in der Großlandschaft Norddeutsches Tiefland die Kölner Bucht und das Niederrheinische Tiefland im Südwesten von Nordrhein-Westfalen eine naturräumliche Obereinheit. Zu den Untereinheiten der Kölner Bucht zählen die Köln-Bonner Rheinebene, die linksrheinische Terrassenplatte, die Jülicher und die Zülpicher Börde sowie die Bergische Heideterrasse. Die Übergänge zwischen der Kölner Bucht und dem Niederrheinischen Tiefland sind im Norden und Nordwesten fließend, als grobe Grenze kann die Autobahn 46 von Heinsberg über Neuss bis Langenfeld gesehen werden. Nach Südosten verjüngt sich die Bucht in Richtung des Rheindurchbruchs am Mittelgebirge, die östlichen und südlichen Grenzen sind mit Eifel und Vennvorland, den Hängen des Bergischen Landes sowie dem ansteigenden Rheinischen Schiefergebirge und der Silouette des Siebengebirges deutlich erkennbar.

Die Landschaft

Nur wenige Regionen in Deutschland sind in ihrer Ausprägung landschaftlich so heterogen und vielseitig wie die Kölner Bucht und das Niederrheinische Tiefland. Neben den stark verdichteten Siedlungsräumen und urbanen Ballungszentren rund um die Groß- und größeren Städte ist die Region durch den Braunkohletagebau mit seinen Kraftwerken und durch zahlreiche Industrieanlagen, aber durch weite Felder und Obstplantagen der Landwirtschaft sowie große Wald-, Wiesen-, Heide-, Seen- und Flusslandschaften geprägt. Die höchsten Punkte in der Kölner Bucht sind die Sophienhöhe mit knapp über 300 und die Glessener Höhe mit gut 209 Metern, die beide als Abraumhalden der nahen Braunkohletagebaue künstlich entstehen und mit Mischwald aufgeforstet sind. Der Höhenzug der Ville, der von der Eifel im Süden bis fast nach Grevenbroich im Norden verläuft und dabei von 170 Metern über Normalnull im Süden auf eine Höhe von 70 Metern im Nordosten abfällt, ist dagegen natürlichen Ursprungs. An ihrem östlichen Rand fließt mit dem Rhein die verkehrsreichste Wasserstraße Europas durch die Kölner Bucht. Neben dem Rhein prägen mit Erft und Sieg zwei weitere Flüsse die Region, nach denen Städte, Landkreise und viele Bauwerke benannt sind.

 

Foto Jürgen Lang
 

Die 34 Städte

In der Kölner Bucht leben über drei Millionen Menschen unter anderem in 31 Kreisstädten von B wie Bedburg bis Z wie Zülpich aus acht Landkreisen sowie in den kreisfreien Städten Bonn, Köln und Leverkusen an der Rheinschiene, die das historische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum bilden.  › LESEN

Kunst & Kultur, Brauchtum & Traditionen

Rund um die Städte Aachen, Bonn und Köln hat sich die Kölner Bucht zu einer der traditionsreichsten Regionen in Europa entwickelt. Mit dem Aachener Dom, dem Kölner Dom sowie dem Brühler Schloss Augustusburg stehen gleich drei Bauwerke auf der UNESCO-Liste der Weltkulturerbe. Eine weitere Besonderheit ist die außergewöhnlich hohe Zahl von über 300 Burgen und Schlössern. Die Dichte des kulturellen Angebotes ist mit zahlreichen Kinos, Konzertsälen und Opernhäusern, Theatern und mehr als 100 Museen enorm. Liebhabern von Kunst & Kultur wird ein so hochwertiges und vielfältiges Programm geboten, dass die Wahl leicht zur Qual wird. Das Haus der Geschichte und die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn oder die Philharmonie in Köln stehen für Aufführungen und Ausstellungen von internationalem Rang. Aber auch die vielen anderen großen und kleinen Kultureinrichtungen stehen für höchstes Niveau und können oftmals auf eine lange Tradition zurückblicken.

 

Fotos: Foto Stadt Brühl (klickphoto.de) und Jürgen Lang
 

Apropos Tradition, wenn in der Region von Tradition die Rede ist, ist das Brauchtum nicht weit weg. Und wenn in der Region vom Brauchtum die Rede ist, ist der Karneval im Rheinland nicht weit weg. In Bezug auf Karneval gibt es an den „tollen Tagen” zwischen Weiberfastnacht und Rosenmontag nur zwei Möglichkeiten: Die Region meiden oder mitfeiern.

Zur rheinischen Lebensart das gehört gesellige Zusammensitzen bei einem Kölsch oder Bönnsch. Das Bierbrauen hat in Köln eine bis ins Jahr 873 zurückreichende Tradition. Beim „gepflegten Bier” zeigt sich im Brauhaus oder Biergarten, dass der Rheinländer unkompliziert und kontaktfreudig ist. Allerdings sollte ein Fremder nie beleidigt sein, wenn die Freundschaft mit dem Auseinandergehen auch schon wieder vergessen ist, die meisten dieser Kontakte sind äußerst flüchtig. „Aus den Augen, aus dem Sinn”, heißt es treffend.

 

Foto Privatbrauerei Gaffel
 

Unbescheidenheit, fehlendes Wissen oder Können sind dem Rheinländer zumeist fremd, mit stoischem Gleichmut werden die Widrigkeiten des Lebens ertragen. Sein Verhältnis zu Obrigkeiten und anderen Autoritäten kann durchaus als „unbefangen” bezeichnet werden. So verbietet sich zum Beispiel der Kölner Kardinal Joachim Meisner, er ist gerade neu im Amt, Beifallsbekundungen im Dom – und erntet dafür minutenlang Applaus. Die Bürger wissen sich zu helfen, egal wer in der Region oder die Welt regiert. Schon die Ubier sollen vor 2.000 Jahren mit den Römern lieber gehandelt, als sie bekämpft haben, auf diesen Gleichmut treffen Jahrhunderte später auch die Franzosen. Das Durchsetzen der eigenen Interessen ist eine Einstellung, die sich durchgesetzt und bis heute Bestand hat. Konrad Adenauer bringt es auf den Punkt: „Man kennt sich, man hilft sich”.

Standortfaktoren Wirtschaft, Wissenschaft und Verkehr

Die Kölner Bucht ist durch ihre geographischen Lage ein bedeutendes Ballungsgebiet in Bezug auf Wirtschaft, Handel und Wissenschaft mit einer gut ausgebauten und eng verzahnten Infrastruktur. Hier wird der Otto-Motor erfunden und die erste Rückversicherungspolice der Welt ausgestellt. Nur zwei Beispiele von vielen, die zeigen, dass der Wirtschaftsstandort historisch gewachsen ist und sich bei allen Anforderungen an Produktivität und Globalisierung etabliert hat. Die Verflechtungen in der Region lassen sich weit zurück in die Geschichte verfolgen. Die Römer legen die ersten Wege quer durch die Kölner Bucht an und verbinden die neu entstehenden Städte miteinander. Im Mittelalter ist Köln das Handelszentrum und mit den Rheinhäfen Ausgangspunkt für den Fernhandel. Aus dem Umland werden die Waren nach Köln gebracht und von dort aus nach Europa verschickt, oftmals als „Kölnische Waren”. Im Gegenzug siedeln sich viele Kölner Gewerbetreibende im Umland an, um den Reglementierungen der Zünfte zu entgehen.

Etliche international bedeutende Handelsgruppen und renommierte Firmen entscheiden sich für den Handelsplatz Kölner Bucht und verlegen ihren Sitz hierher. Die Innenstädte der Region mit den Vorreitern Bonn und Köln sind Publikumsmagnete, die jedes Jahr mehrere Millionen Besucher aus dem In- und Ausland anziehen. Köln, Bonn und Aachen bilden den größten Versicherungsstandort in Deutschland, außerdem haben hier die größten Sparkassen Deutschlands und die größte Privatbank in Europa ihren Sitz, nationale und internationale Bankhäuser sind mit einem Sitz oder einer Niederlassung vertreten.

Der Automobilbau hat in Köln Tradition. Bereits 1864 gründet Nikolaus Otto in der Kölner Altstadt mit der Deutz AG das erste und älteste Motorenwerk der Welt, seit 1931 baut Ford seine Fahrzeuge am Standort Köln-Niehl. Auch der sogenannte Chemiegürtel rund um Köln hat sich in kurzer Zeit zu einem wichtigen Standort entwickelt. Aus den zahlreichen Chemieparks produzieren und liefern über 150 Unternehmen aus den Branchen Chemie, Pharmazeutik und Biotechnologie in die ganze Welt.

Köln ist eine der zentralen Medienstädte in Deutschland. Aus der Domstadt senden mit dem WDR die größte öffentlich-rechtliche Radio- und Fernsehanstalt, mit RTL der größte private europäische Fernsehsender sowie zahlreiche große und kleine Sender ihre Programme aus. Die Produktionsstätten in und rund um Köln gehören zu den wichtigsten Standorten für die deutsche Fernsehlandschaft, die Ausläufer dieses Megastandorts reichen mittlerweile bis nach Aachen, hier werden gut ein Drittel der deutschen TV-Produktionen in den verschiedenen Formaten hergestellt. Auch die schreibende Zunft mit den traditionsreichen Zeitungsverlagen und großen Buchverlegern haben in der Kölner Bucht ihren Sitz, insgesamt sind es neun große und über 150 kleine Buchverlage.

 

Foto KölnTourismus GmbH / Andreas Möltgen
 

Gut 11.000 Unternehmen in der Region sind auf dem Gebiet der Telekommunikation und Informationstechnologie tätig. Am Ausbau des Standorts haben zahlreiche Technologie- und Mediaparks entscheidenden Anteil. Auch der Siegeszug der Handys beginnt 1990 mit der Einführung eines flächendeckenden Mobilfunknetzes von Bonn aus.

Die in der Kölner Bucht zusammenlaufenden Verkehrsachsen bilden eine der größten internationalen Verkehrsdrehscheiben, zu allen wichtigen Zentren und Metropolen in Deutschland und Europa führen Autobahnen, Schienenwege oder existieren Flugverbindungen. Da ist es nur logisch, dass sich hier auch ein Logistikzentrum für den Güter- und Warenverkehr entwickelt. Basis der Logistikanbieter und -dienstleister sind neben den guten Verbindungen über das Autobahnnetz die großen und effizienten Umschlaganlagen, die schnelle Wege und kurze Verladezeiten garantieren. Über die Luft- und Wasserwege lassen sich große Frachtmengen schnell und kostengünstig bewegen. Auch Gefahrgüter, die zum Beispiel in den Chemiestandorten anfallen, können so von der Straße ferngehalten und bewegt werden.

 

Fotos: Flughafen-Köln-Bonn GmbH und HGK
 

Mit mehr als 30 Forschungsinstituten, darunter das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das Forschungszentrum Jülich, mehrere Max-Planck-Institute und Fraunhofer-Institute, Hochschulen wie die Rheinisch-Westfälischen Technische Hochschule Aachen, die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und die Universität zu Köln sowie 20 Fachhochschulen und Technische Hochschulen gehört die Region zu den weltweit anerkannten Forschungs-, Wissenschafts- und Hochschulzentren in Europa.

 
koelnerbucht .de 

Das Revier der Bagger
   
Region der Burgen und Schlösser
   
Rhein und Erft
Rheinbrücken & -fähren

Der Freizeitplaner
für die Kölner Bucht

Kinos  Museen  Theater
 Musik-/Konzertsäle

Bonner Kinos, Museen, Theater & Musiksäle
Kölner Kinos, Museen, Theater & Musiksäle


Ausflugziele & Sport aktiv


Volksfeste & Kirmessen


SAISONALES

Karneval im Rheinland
   
Weihnachten in der Kölner Bucht

ÜBERSICHTSKARTE


DAS RHEINLAND

Der Rhein verlässt bei Königswinter und Bonn das Rheinische Schiefergebirge und fließt als Niederrhein in die Ebene des Norddeutschen Tieflandes. Geographisch nicht ganz korrekt wird diese Region heute als Rheinland bezeichnet, weil sie ehemals der nördliche Teil der preußischen Rheinprovinz ist.


ÜBERSICHTSKARTE

› Die Karte groß auf Googlemaps öffnen


HINWEIS

Alle Angaben ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

     
     
  ‹ zurück   .   ^ Seitenanfang › Impressum & Kontakt  
REPORTAGEN4U. EIN REISEPORTAL.
© sprachbuero Jürgen Lang — Text & Redaktion . Deutschkurse . Übersetzungen
Alle Rechte vorbehalten. Alle Texte und Fotos unterliegen dem Schutz des Urheberrechts und anderer Schutzgesetze.